Windows 8 hat das Zeug zum Game Changer

Christoph Strobel, Chef vom Dienst | 8/22/2013 | 36 Kommentare

Christoph Strobel


Zehn Monate sind seit der Veröffentlichung von Windows 8 vergangen. Zum ersten Geburtstag hat Microsoft ein größeres kostenloses Update angekündigt. Windows 8.1 soll den Trend der vergangenen Wochen fortsetzen. Aber von welchem Trend sprechen wir eigentlich?

  • Seit Oktober 2012 stagniert laut NetMarketShare.com die Verbreitung von Windows 7. Der Marktanteil unter den Windows-Systemen beträgt derzeit rund 44 Prozent.
  • Auf Platz 2 liegt immer noch Windows XP, das seit 12 Jahren auf dem Markt ist. Aktuell rund 37 Prozent, Tendenz leicht fallend.
  • Vista, das nie über 20 Prozent hinausgekommen ist, fällt auf knapp 4 Prozent und ist damit das Schlusslicht.
  • Im Juni hat Windows 8 den Vorvorgänger Vista überholt und rangiert mit steigender Tendenz aktuell auf 5,4 Prozent Marktanteil.

5,4 Prozent nach zehn Monaten klingt erstmal nicht viel. Windows 7 lag bereits zwei Monate nach dem Verkaufsstart im Oktober 2009 bei 5,8 Prozent. Allerdings war die Version auch getrieben von dem enttäuschenden Vista-System. Es mussten noch einmal zweieinhalb Jahre vergehen, bevor Windows 7 an Windows XP vorbeizog. Wenn im April 2014 der offizielle Support von XP eingestellt wird, wird dieser Stern schneller fallen.

Auch Windows 8.1 hat Zeit sich zu entwickeln. Wenn auch die Herausforderungen 2013/14 andere sind als 2009/2010. Damals waren mobile und Desktop-Systeme klar getrennt. Das Tablet feierte gerade erst in Form des iPads seine Premiere. Heute sind Touch-Systeme kein Privileg von Apple mehr. Die Entscheidung ist keine Frage des Herstellers, sondern des Systems geworden. Und da hat Microsoft beste Chancen auf die beste Antwort.

Das Ende der Consumerization der IT?

Es ist eine logische Folge, dass mobile und Desktop-Systeme zusammenwachsen werden. Hier ist Windows 8 Vorreiter, und die Version hat bereits OS X hinter sich gelassen. Für die Prognose spielt es fast keine Rolle, dass Apple und Android unter den mobilen Systemen führend sind. Wer im Business-Sektor bislang auf Windows unterwegs war und mobile Systeme in seine Infrastruktur einbinden möchte, muss die Plattform nicht mehr wechseln. Windows Phones stehen dem iPhone oder den Samsung Galaxy-Geräten in Sachen Image und Technik in nichts mehr nach. Die App-Verfügbarkeit steigt zunehmend. Das spielt in die Karten der IT-Verantwortlichen. Über 90 Prozent der Systeme weltweit laufen auf Windows. Im Sog dieser Zahl werden sich die mobilen Strategien zugunsten von Microsoft entwickeln.

Diese Entwicklung wird sich auch auf den Consumer-Markt auswirken. Ganz verwegen könnte man behaupten, dass in wenigen Jahren sich die sogenannte Consumerization der IT wieder umkehren kann und der Business-Sektor wieder maßgeblich für Innovation wird. Der Trend, dass Endanwenderprodukte wie das iPhone in das Arbeitsleben eindringen, könnte gestoppt werden, weil sich Unternehmen wie Apple wieder verstärkt auf Innovationen im Consumer-Bereich konzentrieren, siehe iWatch oder iTV.

Es ist Bewegung im Markt. Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass Yahoo sich wieder gegen Google oder Microsoft behaupten kann? Wer glaubt noch daran, dass Facebook in fünf Jahren die gleiche Rolle spielen wird wie heute? Der Markt spielt Monopoly. Nur die Anteile verschieben sich.

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