Microsoft verschmilzt SkyDrive mit Windows 8.1

Christoph Strobel, Chef vom Dienst | 7/26/2013 | 27 Kommentare

Christoph Strobel


Microsoft geht davon aus, dass der Speicherbedarf der Menschen schneller wachsen wird (rund 50 Prozent pro Jahr) als die Speicherkapazitäten der Geräte (25 Prozent pro Jahr). Das gilt vor allem für mobile Endgeräte. Aus diesem Grund will das Unternehmen den Cloud-Service SkyDrive zu einem festen Bestandteil in Windows 8.1 machen.

Für den Nutzer soll es auf den ersten Blick keinen Unterschied geben, ob sich die Dateien auf dem lokalen Speicher oder in der Cloud befinden. SkyDrive verhält sich wie eine Festplatte mit dem Unterschied, dass die Dateien gleichermaßen auf dem Smartphone, Tablet, Notebook und Desktop-PC verfügbar sind. Sie lassen sich öffnen, verschieben, speichern oder umbenennen, wie man es von den lokalen Dateien gewohnt ist. Das gleiche gilt auch für die Suche. Das System extrahiert automatisch wesentliche Informationen, zum Beispiel Textzeilen aus einer Dokument, und zeigt die Suchergebnisse aus SkyDrive genauso an wie die lokalen Dateien.

Neben den grundlegenden Funktionen hat Microsoft noch weitere Lösungen entwickelt, um den Bedürfnissen der wachsenden Zahl von Menschen mit Tonnen von Dateien, aber relativ kleinen Festplatten gerecht zu werden. Eine Antwort sind sogenannte "Platzhalter-Dateien". Die Platzhalter-Dateien sehen aus wie normale Dateien und Ordner. Sie lassen sich anklicken, verschieben, löschen, umbennenen oder kopieren, das System lädt aber erst dann die vollständige Datei, wenn der Nutzer tatsächlich auf sie zugreift. Bei Fotos beispielsweise existiert lokal nur eine Miniaturansicht, was den Speicherplatz deutlich reduziert und die Scroll-Geschwindigkeit erhöht. Das Original befindet sich im SkyDrive. Erste Tests mit der bereits verfügbaren Preview von Windows 8.1 haben gezeigt, dass durch das neue Dateimanagement weniger als fünf Prozent des ursprünglichen Systems belegt werden.

Alles gut und schön, solange die Internetkonnektivität gegeben ist. Aber was passiert im Offline-Modus? Eine Möglichkeit in Windows 8.1 ist, dass die Nutzer Dateien und Ordner markieren können, die für den Offline-Zugriff vorbereitet und stets auf allen Geräten auf dem aktuellen Stand gehalten werden sollen. Darüberhinaus merkt sich das System jene Dateien, die der Nutzer zuletzt bearbeitet hat und markiert diese automatisch. Die Erfahrung zeigt, dass Nutzer dazu tendieren, diese Dateien kurze Zeit später auf einem Gerät wieder zu öffnen. Ist der lokale Speicherplatz groß genug, ist es auch möglich, SkyDrive komplett zu markieren.

Für App-Entwickler interessant: Mit dem File Picker können Apps so gestaltet werden, dass sie nun direkt Dateien jeder Art auch ohne Umwege auf SkyDrive speichern können. Bilder aus einer E-Mail lassen sich so beispielsweise direkt auf SkyDrive ablegen. Das System erledigt den Upload unauffällig im Hintergrund. Kommt es zu einer Unterbrechung, wird der Upload bei der nächsten Netzverbindung wieder fortgesetzt.

Die verbesserte Integration von Skydrive in Windows kann mit der Preview von Windows 8.1 bereits ausprobiert werden, die seit Ende Juni 2013 zum Download bereitsteht.

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