Dell empfiehlt Windows 8.

Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung

Christoph Strobel, Chef vom Dienst | 5/26/2013 | 16 Kommentare

Christoph Strobel
Bei diesen Zahlen kommt auf die Kommunikationsabteilung von Microsoft noch einiges zu. Laut Net Applications ist Windows XP mit 38,31 Prozent noch immer das am zweithäufigsten genutzte Betriebssystem. Platz eins belegt Windows 7 (44,72 Prozent). Nur 3,82 Prozent der Nutzer konnten bislang für Windows 8 gewonnen werden. Das Problem: Am 8. April 2014 beendet Microsoft nach mehreren Verlängerungen endgültig den Support für den 12 Jahre alten Dinosaurier unter den Betriebssystemen. Zum Vergleich: Als XP 2001 herauskam, arbeiteten Rechner noch unter Pentium 4-Prozessoren mit Taktfrequenzen im Eins-Komma-Bereich.

Treue nicht ohne Risiko

Ganz offensichtlich betrachten viele Nutzer den Support des Systems unabhängig von seiner Funktionsfähigkeit. Das Credo „never change a running system“ könnte allerdings zum Eigentor werden. Die Einstellung des Supports, nicht unterstützte Software und veraltete Hardware erhöhen drastisch das Risiko von Systemfehlern und PC-Ausfällen. Folgende Risiken sollten sich Unternehmen bewusst machen:

  • Sicherheits- und Kompatibilitätsrisiken: Nicht unterstützte und ungepatchte Umgebungen sind anfällig für Sicherheitsrisiken. Ohne die Sicherheitsupdates sind PCs und Geschäftsdaten möglicherweise durch Viren, Spyware und andere Schadsoftware gefährdet. Auch Antivirensoftware wird keinen umfassenden Schutz mehr bieten, sobald der Support für Windows XP eingestellt wird.
  • Mangelnder Support von unabhängigen Softwareherstellern (ISVs) und Hardwareherstellern: Ein von Gartner Research veröffentlichter Bericht verdeutlicht: "Viele unabhängige Softwarehersteller (ISVs) sind nicht mehr bereit, neue Versionen ihrer Anwendungen für Windows XP anzubieten." Treten Probleme auf, steht der IT der technische Support nicht mehr zur Verfügung.
  • Negativ-PR: Nicht zu unterschätzen ist auch ein möglicher Reputationsschaden. Unternehmen müssen fürchten, dass Meldungen an die Öffentlichkeit gelangen, die die Versäumnisse bei System- und Kundeninformationen zum Thema machen.
  • Rating-Nachteile: Eine veraltete Umgebung hat möglicherweise eine mangelhafte Bewertung der Systemausfallüberwachung durch eine interne oder externe Prüfungsstelle zur Folge, die wiederum zur Aberkennung von Zertifikaten führen kann.

Wechsel mit Hilfestellung

Für den Wechsel hat Microsoft zahlreiche Vorkehrungen getroffen. Die erst vor wenigen Wochen gestartete Kampagne get2modern richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen und wird von zahlreichen Sonderaktionen und Vergünstigungen begleitet. Dass die Migration sich aber nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig lohn, hat der Kollege Markus Henkel bereits zusammengefasst und erklärt, dass die Migration zu Windows 7/8 günstiger ist als die XP-Administration.

Für die Suche nach Software und IT-Dienstleistungen für Unternehmen empfiehlt der Konzern sein Angebot Microsoft Pinpoint. Mit der Seite Springboard Series unterstützt er IT-Verantwortliche und Administratoren mit technischen Ressourcen, kostenlosen Tools und Anleitungen, bei der Bereitstellung und Verwaltung von Windows-Client-Infrastrukturen. Und das Microsoft Deployment Toolkit (MDT) empfiehlt er schließlich, um die Migration zu beschleunigen.

Sollten Endnutzer oder Unternehmen keinesfalls so schnell auf XP und den Internet Explorer 6 verzichten können, gibt es zumindest für die Zeit der Migration noch eine Zwischenlösung: den Windows XP Modus. Dabei wird eine virtuelle Maschine mit Windows XP in Windows 7 integriert. Das bedeutet, dass beispielsweise eine Anwendung unter Windows XP gestartet werden kann und dann direkt im Windows 7-Desktop erscheint – ohne dass die komplette Windows XP-Umgebung eingeblendet wird. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass auch der Support für den XP-Modus gleichzeitig mit der Unterstützung für Windows XP im April 2014 ausläuft. Aber in diesem Fall ist die Zukunft ja nur noch einen Klick entfernt.

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Thomas Arrlieb   Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung   5/29/2013 9:07:25 AM
Re: Windows XP Modus - Quatsch
Ich denke schon, dass es wenigstens den Anreiz erhöht, sich erstmal ein neues Windows aufzuspielen. Wenn man sich gewiss sein kann, dass man danach erstmal so weiterarbeiten kann, wie man es gewöhnt ist. Wenn das dann aus den o.g. Gründen nicht mehr geht, kann man einfach wechseln. Oder immer mal wieder an dem neuen rumprobieren.
Thomas Arrlieb   Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung   5/29/2013 9:05:28 AM
Re: Gute Übersicht
Das finde ich auch, kann man sicher überzeugend mit argumentieren. 
Thomas Arrlieb   Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung   5/29/2013 3:35:09 AM
Re: WIndows 8 überholt Mac OS
Naja, wenn man alle Mac OS Nutzer zusammenfasst sind das schon noch wesentlich mehr als Windows 8 Nutzer.
Clifford   Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung   5/29/2013 2:45:44 AM
Gute Übersicht
Tolle Übersicht der Risiken übrigens. Das ist bestimmt für viele XP-User ein Augenöffner =)
Clifford   Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung   5/29/2013 2:41:02 AM
WIndows 8 überholt Mac OS
Sehr interessant finde ich, dass Windows 8 schon Mac überholt hat. In dieser kurzen Zeit. Ganz gut, MS!
Clifford   Windows XP: Vier Risiken und eine Übergangslösung   5/29/2013 2:39:04 AM
Windows XP Modus - Quatsch
"Windows XP Modus" ist ja ganz nett gemeint, aber hilft dem User auch nicht, sich endlich mit dem neuen Windows zu beschäftigen. Und wenn dabei tatsächlich auch noch die alte Technik dahinter läuft, finde ich das, ehrlich gesagt, noch mehr Quatsch.
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