EU: Unternehmen sollen Cyberattacken meldenJohannes Eber, IT-Journalist und Blogger | 11/27/2012 |
Die EU-Kommissarin Neelie Kroes hat vorgeschlagen, Firmen im Bereich der IT-Sicherheit stärker in die Pflicht zu nehmen und schließt eine Meldepflicht für Hackerangriffe nicht aus. "Ich bin ein großer Befürworter von Selbstregulierung, aber in diesem Fall fürchte ich, dass wir damit nicht weiterkommen", sagte die für digitale Belange zuständige EU-Kommissarin der "Süddeutschen Zeitung".
Noch 2012 will Kroes zusammen mit der Innenkommissarin Cecilia Malmström und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton eine Strategie für europäische Cybersicherheit vorlegen. Dem solle dann ein Gesetzentwurf folgen, der die Konsequenzen für Internet-Anbieter oder Betreiber von Rechenzentren regele. Vor wenigen Wochen war bereits Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen, eine Meldepflicht für Hackerangriffe einzuführen. Nach Friedrichs Plan sollen Stromkonzerne, Wasserwerke, Banken und Verkehrsbetriebe bei Angriffen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informieren. Die Behörde wiederum solle die Sicherheitsstandards der Unternehmen prüfen und zertifizieren, heißt es in einem Papier aus dem Ministerium. Noch vor der Bundestagswahl in einem Jahr soll daraus ein Gesetz werden, so die Süddeutsche Zeitung. Nach einer Studie von Wissenschaftlern um Ross Anderson von der University of Cambridge und Rainer Böhme von der Universität Münster kostet Cyberkriminalität die Weltwirtschaft pro Jahr rund 10 Milliarden Dollar. Kommentieren | Drucken | RSS
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