Dell empfiehlt Windows 8.

Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben

Markus Henkel, Geodesist & IT Journalist | 3/14/2013 | 20 Kommentare

Markus Henkel
Die CeBIT 2013 liegt nur wenige Tage hinter uns. Das Motto des Hightech-Events unter dem Motto "Shareconomy" schallt noch ein wenig nach. Und schon startet Microsoft den Feld-Versuch: das Teilen von Informationen in die Realität umzusetzen. Der Fokus liegt dabei auf Behörden und Verwaltungen. Neustadt-Digital soll dafür nun als das perfekte Informationsportal dienen.

Microsoft verfolgte auf der diesjährigen CeBIT in Hannover sein eigenes aber ähnliches Motto: "The Human Touch". Wenn es um die Kommunikationslandschaft und Vernetzung geht, steht laut Microsoft der Mensch im Vordergrund. "Die freie Wirtschaft hat längst erkannt, dass Cloud Computing und mobile Endgeräte eine optimale Verbindung von Menschen, Prozessen und Inhalten schaffen. Flexibles und zugleich effizientes Arbeiten jederzeit von jedem Ort ist dabei kein Problem", so Marianne Janik, Senior Director Public Sector und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. Microsoft könnte dabei sogar punkten. Das Unternehmen bietet mittlerweile neben Windows 8 und der Onlineversion seines Office-Pakets 365 auch die passende Hardware, Surface-Tablet oder auch das Samsung ATIV sowie die Lumia-Smartphone, dazu an. Alles in einem, eine mögliche Arbeitsmaschine.

Projekt Neustadt-Digital

Und der Schritt von Microsoft ist nachvollziehbar. Was moderne Unternehmen schon längst wissen und nutzen, sucht man bei Verwaltungen und Behörden vergebens. Meist findet man ein veraltetes System vor. Uralte Arbeits- und Kommunikationsformen sind Standard - gegebenenfalls auch bereits eingesetzte von Microsoft. Speziell diese Kommunikationswege will Microsoft mit dem Projekt Neustadt-Digital mit einem Blick erfassen, und dabei natürlich seine alten verkauften Strukturen mit den neuen ersetzen.

Persönlich finde ich die Idee sinnvoll und die Seite selbst wirkt schön aufgeräumt und einfach. So einfach, dass selbst die eingestaubteste Behörde den Inhalt versteht. Seit einem Jahr soll sie dabei helfen, dass Verwaltungen und Behörden ihr Angebot auch an moderne Kommunikationsgewohnheiten der Bürger anpassen und damit Services und Dialogmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Nach der CeBIT soll das Marketing nun verstärkt werden. Das treibt natürlich auch die Nachfrage nach mobilen Verwaltungs-Apps in die Höhe. Nun hat der Softwarekonzern bekanntgegeben, einige solcher Applikationen bereits mit auf den Weg gebracht zu haben. Als Beispiel sei hier die Neustadt-Digital-App genannt (siehe Video). Mit ihr können beispielsweise die Bürger aktiv in die Stadtpflege mit einbezogen werden. Etwa die FixMyCity-Lösung von akquinet in Kooperation mit Fraunhofer FOKUS; sie macht Bürger zu freiwilligen Außendienstmitarbeitern, die Probleme wie Straßenschäden oder defekte Straßenbeleuchtung frühzeitig erkennen und melden. Aktuell sollen nach eigenen Angaben bereits elf Beispiel-Cases in die Realität übernommen worden sein.

Man stelle sich nur vor. Dass Mitarbeiter unterwegs sind und dank der Mobilität und Vernetzung nachgefragte Fälle nachvollziehen können und gegebenenfalls bearbeiten können. Meines Erachtens ein Traum in Sachen Behörden und Flexibilität. Gleichzeitig würde sich Microsoft wesentlich besser positionieren, Denn zurzeit bekämpfen sich offene Standards mit den geschlossenen aus dem Hause Microsoft. Noch punktet Microsoft, da ihre Office-Suite in den Köpfen der Nutzer eingebrannt scheint. Open Source erweist sich in der Praxis oft zu kompliziert. Behörden, die darauf gesetzt haben, rudern mittlerweile wieder zurück. Das kann man gut oder schlecht finden. In der Praxis ist es aber mittlerweile Alltag. So planen IT-Dienstleister für öffentliche Verwaltungen immer häufiger die Einbindungen von Office 365, Windows 8 sowie Windows 8 Tablets. Zuletzt die der Hamburger Verwaltungsbehörden.

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andi klibe   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   4/15/2013 5:26:10 AM
Geld für Modernisierung
"Uralte Arbeits- und Kommunikationsformen sind Standard"

Wo will denn der Staat jetzt plötzlich das Geld für die Modernisierung seiner alten Systeme hernehmen?
anja   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   4/12/2013 5:06:21 AM
Re: Beamter = Sicherheit = nicht schlecht
Korruption ist ein guter Punkt. Das stimmt natürlich total. Allerdings muss ein Weg gefunden werden, dass die Beamten sich nicht in ihren ToDo listen zurücklehnen, sondern einen Anreiz haben, das auch wirklich gut zu machen. Ich denke da an Beamte im Arbeitsamt, denen es völlig egal sein kann, ob ihr Kunde einen Job findet oder nicht. 
Oliver Roman   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/31/2013 4:23:37 PM
Re: Beamter = Sicherheit = nicht schlecht
Dass es Beamte gibt, finde ich auch gut. Nicht, weil es denen dann so gut geht, sondern weil dadurch offenbar seit langer Zeit erfolgreich die sichere Verwaltung des Staates gewährleistet wird. Das Alimentationsprinzip und die nicht zu geringe Besoldung (stimmt das noch? Keine Ahnung ...) soll ja Bestechung verhindern. Wer schon einmal in einem Land ohne solche Schutzmechanismen etwas auf Behörden erreichen wollte, versteht das gut. Und dann gibt es freilich solche und solche Beamte, wie es auch solche und solche Angestellte und Unternehmer gibt.
carmenreise   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/31/2013 1:19:36 PM
Re: Beamter = Sicherheit = nicht schlecht
Da gebe ich dir recht, Kerstin. Schön, dass das eine Beamte sagt:)
Kerstin D   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/31/2013 7:18:18 AM
Re: Microsoft-Strategie im Nischenmarkt
Kurz zu Windows Embedded 8: Ich verstehe nicht, wieso sie meinen, dass das ein Nischenprodukt sei. Ist es nicht so, dass das ein Produkt ist, auf das viele verschiedene Entwickler aufbauen können?
Kerstin D   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/31/2013 7:16:51 AM
Re: Der Staat als Kunde
Und staatliche Unternehmen fragen auch so schnell nicht wieder nach einem anderen Anbieter. Wirklich clever.
Gerd   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/30/2013 1:07:07 PM
Der Staat als langfristiger Geschäftsprartner
Und was auch noch genial ist, wenn man den Staat als Kunden hat: Die Beziehung ist meistens eine langfristige. Ist eine Behörde erst einmal mit Software von Microsoft ausgestatet, wird man nicht im Jahr darauf alle Mitarbeiter auf Linux oder MacOS umschulen wollen. 
Gerd   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/30/2013 1:04:52 PM
Der Staat als Kunde
Ich habe mir die Neustadt-Digital-Seite mal genauer angeschaut. Wirklich ziemlich aufgeräumt. Vor allem macht sie mir aber klar, wie viel Verkaufspotenzial darin steckt, wenn man Staatsunternehmen für sich gewinnt. Schulen, Rathäuser usw.  - das sind Milliardenbeträge, die sich erwirtschaften lassen, wenn man den Staat als Kunde hat.   
Gerd   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/30/2013 1:01:17 PM
Microsoft-Strategie im Nischenmarkt
Ich finde die Microsoft-Strategie faszinierend, nicht nur an den großen Massenmarkt zu denken, sondern Soft- und Hardware gezielt für bestimmte Branchen und Nischen anzubieten. So macht es Microsoft jetzt auch mit "Windows Embedded 8" (siehe auch  http://de.enterpriseefficiency.com/author.asp?section_id=2343&doc_id=261390). Vermutlich kann man mit dieser Strategie nicht über die Masse gute Gewinne machen, aber dafür wird die Gewinnspanne jedes verkauften Produkts ziemlich hoch sein. 
Kerstin D   Microsoft will Behörden und Verwaltungen entstauben   3/28/2013 5:35:49 AM
Re: Beamter = Sicherheit = nicht schlecht
Schön, dass das auch mal jemand sagt. Ich bin auch Beamte und genieße natürlich die Vorteile. Allerdings muss man schon aufpassen, dass man sich nicht in der Sicherheit zurücklehnt. Qualitätskontrollierter Arbeitsanreiz lässt zumindest in der Schule schon noch zu wünschen übrig.
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