Microsoft plant Stores in Europa, aber muss noch viel lernenMarkus Henkel, Geodesist & IT Journalist | 11/30/2012 |
Nach dem Erfolg der Apple Stores will auch Microsoft in Europa mehr Kundennähe. Zumindest soll die Windows-8-Palette, inklusive der Marke selbst, gepusht werden. Der Konzern habe bereits mit Immobilienbesitzern in Großbritannien gesprochen, schrieb die Financial Times. In den USA sind die Microsoft Stores bereits in kleiner Anzahl Realität. Sie sollen nun auch als Basis dienen. So will das Unternehmen nach eigener Aussage, die Entwicklung der eigenen Läden in den USA prüfen. Microsoft würde mit der Erweiterung seiner Laden-Strategie zweifelsohne dem Konkurrenten Apple nacheifern, der seit 2001 weltweit über 400 Läden etabliert hat.
PR-Desaster Surface und Co. dürfen nicht mehr passieren Fast jeder der über 400 Apple Stores fährt Gewinne ein. Microsoft gibt sich betont selbstbewusst, sollte allerdings nicht zu vorschnell agieren. Warum? Windows 8 beispielsweise ist kein Flop, ok. Auch der rasanter Anstieg von über 20.000 Apps für das Betriebssystem zeigt, dass sogar die Entwickler an das OS glauben. Aktuelle Verkaufszahlen sind bisher nur Spekulation. Die Unternehmen warten noch ab, zurecht. Die Präsentation des Systems mit samt des neuen Surface ist nicht so reibungslos angelaufen wie erhofft, dennoch zeigen sich die Verkäufer zuversichtlich. Meines Erachtens brauche es einfach auch eine gewisse Zeit, bis die Kunden verstehen, welche Vorteile sich ihnen durch die vielen Vernetzungsmöglichkeiten eröffnen - das war bei Windows 7 nicht anders. Doch die oben beschriebene Vorsicht der Händler sowie die der Unternehmen und Kunden, speziell die schlechte PR-Strategie, das muss man mal so deutlich schreiben, werden die Läden in Zukunft nicht pushen können. Zuletzt zeigten das die Analysten von Piper Jaffray auf. Sie untersuchten Apples Stores sowie sich in der Nähe befindliche MS-Stores. Apple hatte am vergangenen Black Friday die Nase vorne. Durchschnittlich verkaufte das Unternehmen mit dem angefressenen Apfel 17,2 Produkte pro Stunde. Microsoft verkaufte dagegen nur 3,5 Produkte. Natürlich ist Apple dahingehend etablierter, auch die Produktpalette bietet mehr für die Allgemeinheit. Doch genau dort muss Microsoft anpacken. Es wird Zeit, das verstaubte Image abzulegen. In Sachen Marketing ist man noch verschlossener als der Apfel. Das Problem liegt dabei auf der Hand: das Portfolio. Microsoft nutzt seine Läden in den Vereinigten Staaten derzeit, um für sein Surface und Windows 8 zu werben. Daneben wird die Spielekonsole XBox 360 angeboten - mehr aber auch nicht. Sie merken selbst? Da muss mehr kommen. Warum lese ich beispielsweise so wenig über den neuen Musikdienst XBox Music? Revolutionierende Idee benötigt junge Generation Das Marketing sollte endlich Vollgas geben. Es muss ja nicht gleich so ein Saubermann-Image like Apple sein. Doch das Desaster der Surface-Präsentation zeigt, wo es in Redmond hakt. Verstaubte Manager sollte endlich abdanken und die jüngere Generation ranlassen. Das Surface mit samt Windows 8 ist eine revolutionierende Idee. Apple und Google werden diese in den nächsten Jahren nicht umsetzen können. Warum also nicht ein paar Dollar investieren und die entsprechenden Vorteile pushen. So klappt es mit der Werbung von ganz alleine und der Verkauf in den geplanten Shops ist dann vielleicht sogar ein Selbstgänger. Microsoft hatte dafür Mitte 2011 bereits die Weichen gestellt und einen neuen Marketing-Leiter ins Unternehmen installiert. Moritz Roth treibt seitdem die Bündelung des Geschäfts mit Privatkunden voran. Auch die Vertriebs- und Vermarktungskanäle sollen vereinfacht werden. Einen kleinen Erfolg kann man zumindest vorweisen. Man gehört immerhin laut Mashable zu den heißesten Marken im Social Media. Und die Zukunft wird zeigen, wie modern Microsoft wirklich ist. Ach ja, den den Kritikern sollte eines Gewiss sein. Die Windows-8-Palette ist nicht notgedrungen zum sofortigen Erfolg verdonnert. Microsoft macht mit Windows rund 28 Prozent seiner Umsätze. Die Kollegen von absatzwirtschaft.de bringen es auf den Punkt: „Selbst wenn keiner Windows kauft, stirbt das Unternehmen nicht. Die Businesssparte macht allein 30 Prozent der Umsätze und trägt mehr zum Gewinn bei. Und vielleicht tut es dem Balmer-Unternehmen ja gut, mal eine Zeit lang als Underdog da zustehen. Als 80-Milliarden-Umsatz-im-Jahr-Underdog.“ Kommentieren | Drucken | RSS
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