Windows 8: Smartscreen-Filter schützt vor SchadsoftwareChristoph Strobel, Chef vom Dienst | 1/28/2013 |
Windows 8 und Internet Explorer 10 kommen mit einer Vielzahl nützlicher Tools zum Schutz von Daten. Ein großes Sicherheitsproblem ist beispielsweise Schadsoftware, die nach dem Download aus dem Internet auf den Rechner gelangen kann. Um dieser Gefahr vorzubeugen, verwendet Windows 8 einen sogenannten Smartscreen-Filter, der außerdem vor Phishing-Attacken schützt.
Aber gerade der Smartscreen-Filter ruft bei Experten auch datenschutzrechtliche Bedenken hervor. Um den beschriebenen Schutz zu gewährleisten, übermittelt das System jede Software-Installation an Microsoft, sobald die Installationsdateien aus dem Internet geladen wurden. Ziel ist es, die App mit einer dynamischen Liste von gemeldeten Webseiten mit Schadsoftware und Programmen abzugleichen. Bei einer Übereinstimmung, zeigt der Smartscreen-Filter die Warnung an, dass der Download zur Sicherheit blockiert wurde. Nadim Kobeissi, ein unabhängiger Sicherheitsexperte und Hacker aus Kanada, kritisiert das Verfahren: There are a few serious problems here. The big problem is that Windows 8 is configured to immediately tell Microsoft about every app you download and install. This is a very serious privacy problem, specifically because Microsoft is the central point of authority and data collection/retention here and therefore becomes vulnerable to being served judicial subpoenas or National Security Letters intended to monitor targeted users. This situation is exacerbated when Windows 8 is deployed in countries experiencing political turmoil or repressive political situations. Microsoft reagierte auf die Entdeckung und ließ in einem Dokument, das Ars Technica vorliegt, verlauten, dass das Unternehmen keine privaten Daten speichere. Microsoft erstelle keine Datenbank, in der verzeichnet sei, welche Anwendung auf welchem Windows-8-Computer installiert wurde. Es werde allerdings in Logdateien gespeichert, welche Anwendungen via Internet auf einem Windows-8-Computer installiert wurden, wenn die Smartscreen-Funktion aktiv sei. Das Unternehmen werde diese Dateien in regelmäßigen Abständen löschen; in welchen Abständen, ist nicht bekannt. We can confirm that we are not building a historical database of program and user IP data. Like all online services, IP addresses are necessary to connect to our service, but we periodically delete them from our logs. As our privacy statements indicate, we take steps to protect our users’ privacy on the backend. We don’t use this data to identify, contact or target advertising to our users and we don’t share it with third parties. With respect to the claims of SSL security and data interception risk posed by the SSL2.0 protocol, by default Windows 8 will not use this protocol with our service. Windows SmartScreen does not use the SSL2.0 protocol. Wer von dieser Funktion keinen Gebrauch machen möchte, kann die Smartscreen-Einstellungen im Wartungscenter von Windows 8 ändern oder deaktivieren. Standardmäßig lassen sich Anwendungen nur mit Administratorrechten installieren, wenn die betreffende Installationsdatei Microsoft nicht bekannt ist. Als zweite Sicherheitsstufe gibt Windows 8 einen Warnhinweis, verlangt aber nicht nach Administratorrechten. Zudem kann die Smartscreen-Funktion ganz abgeschaltet werden. Der sich wiederholende Hinweis auf die Abschaltung lässt sich ebenfalls deaktivieren. Zum 7. Europäischen Datenschutztag an diesem Montag warnte Microsoft zudem vor höheren Preisen durch zuviel Datenschutz. "Je höher das Datenschutzniveau ist, desto teurer werden die Produkte, was der Nutzer bezahlen muss", sagte Microsoft-Managerin Tanja Böhm. Oft werde - auch von deutscher Seite - maximaler Datenschutz gefordert. Nicht bei jeder Datenverarbeitung sei jedoch das Höchstniveau erforderlich. "Innovationen sollten nicht durch Überregulierung belastet werden", sagte Böhm. Zugleich unterstütze Microsoft grundsätzlich die Vereinheitlichung der Datenschutzbestimmungen in der EU. Kommentieren | Drucken | RSS
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