Bessere Apps: Microsoft entwickelt stromsparendes GPSChristoph Strobel, Chef vom Dienst | 12/28/2012 |
Je nach App-Nutzung laufen auf modernen Smartphones viele Funktionen und Anwendungen – teilweise unbemerkt im Hintergrund. Vor allem Bildschirmbeleuchtung, 3G-Datentransfer und der GPS-Ortungsdienst saugen den Akku leer. Bis zu 30 Sekunden benötigt der GPS-Chip allein, um die notwendigen Satellitendaten zu erhalten, die anschließend in die Berechnung des genauen Standortes einfließen. App-Entwickler stehen regelmäßig vor der Herausforderung, den Einsatz des Chips mit Bedacht einzusetzen und die Anwendung ordentlich zu beenden.
Mehr Freiheit und längere Nutzungsdauer verspricht eine neue Entwicklung von Microsoft. Technology Review berichtet, dass es den Technikern gelungen ist, den Stromverbrauch bei der Ortung drastisch zu reduzieren, indem ein Teil der Rechenarbeit in die Cloud verlagert wird. Jie Liu, Leiter bei Microsoft Research, und sein Team entwickelten ein GPS-System, das innerhalb weniger Millisekunden die notwendigen Satellitendaten sammelt. Diese Daten werden dann mit anderen relevanten Informationen aus öffentlichen Online-Datenbanken, zum Beispiel Satelliten-Laufbahnen und Höhenprofilen der Erde, kombiniert, um die letzten Positionen des Geräts zu bestimmen. Dabei erfolgt die Zusammenführung der Daten und die Lageberechnungen auf einem entfernten Server – sogenanntes „Cloud Offloaded GPS“ (CO-GPS). Microsoft hat die Ergebnisse des Testsystems CLEO (Cultivating the Long tail in Environmental Observations) im vergangenen Monat auf der SenSys 2012 in Toronto präsentiert. Dabei konnte eine dauerhafte Standortbestimmung über anderthalb Jahre mit nur zwei AA-Batterien nachgewiesen werden. Zum Vergleich: In einem normalen Smartphone saugt GPS den Akku innerhalb von sechs Stunden leer. Eine kontinuierliche Lokalisierung ist daher zurzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Für Liu öffnen sich durch CO-GPS vielfältige Chancen bei der Nutzung von Smartphones und bei der App-Entwicklung. Es seien Services denkbar, die beispielsweise über die mobile Technologie Daten an Server liefern, die die Lärmbelastung in Städten auswerten. Oder das Smartphone könnte als dauerhaftes Fahrtenbuch die täglichen Arbeitswege analysieren. „Anwendungen mit einer dauerhaften Standortbestimmung haben einen großen Wert, aber heute nutzen wir sie noch nicht“, so Liu. Auf der SenSys 2012 ist "Energy-Efficient GPS Sensing with Cloud Offloading" als „Best Paper“ ausgezeichnet worden. Kommentieren | Drucken | RSS
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