Datenschutz: Microsoft und Bitkom warnen vor ÜberregulierungCharlotte Erdmann, Chefredakteurin | 1/28/2013 |
Nach der Vorlage eines Entwurfs für eine EU-weit einheitliche Datenschutzverordnung hatte das Europaparlament kürzlich Vorschläge für eine weitere Verschärfung der Regelungen vorgelegt. Der Hightech-Verband Bitkom und der Software-Hersteller Microsoft warnen anlässlich des 7. Europäischen Datenschutztags indes vor einer Überregulierung.
Aus Sicht der Hightech-Industrie verfehlen viele der geplanten Regelungen das Ziel, den Datenschutz zu modernisieren. "Der Schutz unserer Privatsphäre wird nicht dadurch besser, dass jede Datenverarbeitung mit bürokratischen Hürden versehen wird“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in Berlin. "Nach der geplanten Datenschutzverordnung werden viele bislang kostenlose Online-Dienste in Europa nicht mehr möglich sein." Der Grundsatz "Keine Datenverarbeitung ohne Einwilligung" klinge zwar sinnvoll, sei in der Praxis aber kaum umzusetzen und schränke die Benutzerfreundlichkeit massiv ein. Das gelte zum Beispiel für die Einblendung von Werbung auf Webseiten oder Bonitätsprüfungen bei Bestellvorgängen im Internet. Microsoft warnt zudem vor höheren Preisen durch zuviel Datenschutz. "Je höher das Datenschutzniveau ist, desto teurer werden die Produkte, was der Nutzer bezahlen muss", sagte Microsoft-Managerin Tanja Böhm. Oft werde - auch von deutscher Seite - maximaler Datenschutz gefordert. Nicht bei jeder Datenverarbeitung sei jedoch das Höchstniveau erforderlich. "Innovationen sollten nicht durch Überregulierung belastet werden", sagte Böhm. Zugleich unterstütze Microsoft grundsätzlich die Vereinheitlichung der Datenschutzbestimmungen in der EU. Rechte der Verbraucher stärkenAuch die übrige ITK-Branche, vertreten durch den Bitkom, unterstützt die Bemühungen der EU, den Datenschutz in Europa auf ein einheitlich hohes Niveau zu bringen. Dabei müsse aber verhindert werden, dass die Regelungen eine sinnvolle Nutzung von Daten zu stark einschränken oder unmöglich machen. "Mit der Digitalisierung von Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Gesundheit, Verkehr, Bildung und Verwaltung werden die Datenmengen noch einmal steigen", sagte Rohleder. "Der Wert digitaler Infrastrukturen liegt insbesondere in der sinnvollen, kontrollierten Nutzung dieser Daten. Ein zu enges Datenschutzkorsett macht jedoch innovative Dienste zum Wohl der Menschen und der gesamten Gesellschaft fast unmöglich." Besser sei es, Anreize zu schaffen, damit Daten so oft wie möglich nur anonymisiert oder verschlüsselt verarbeitet werden, um Missbrauch auszuschließen. Die Reform der Datenschutzrichtlinien geht in die heiße Phase: "Wenn alles gut geht, werden wir in diesem Jahr aus dem Vorschlag der EU-Kommission ein Gesetz machen", sagte in Berlin der Kabinettschef von EU-Kommissarin Viviane Reding, Martin Selmayr. Im Frühjahr hat das Europaparlament das Wort. Es sei wichtig, deutlich zu machen, dass Datenschutz ein Grundrecht ist, betonte der parlamentarische Berichterstatter Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen). Bisher, so Albrecht, hätten die EU-Staaten Datenschutz national geregelt, die neue Verordnung zum Datenschutz würde hingegen "überall in der EU gelten wird. Das trägt dazu bei, die Rechte der Verbraucher zu stärken, den Unternehmen Rechtssicherheit zu geben und das Vertrauen der Bürger in die Unternehmen zu erhöhen." Von den deutschen Standard könne man viel lernen und es sei ein Missverständnis, dass viele Regeln Unternehmen zwangsläufig das Geschäft erschwerten. Kommentieren | Drucken | RSS
Kommentare ansehen:
Neueste zuerst | Älteste zuerst | Anzeige der Diskussion
Die Blogs und Kommentare auf EnterpriseEfficiency.com geben nicht die Sicht von TechWeb, EnterpriseEfficiency.com oder deren Sponsoren wider. TechWeb, EnterpriseEfficiency.com und deren Sponsoren übernehmen keine Verantwortung für die auf der Webseite durch Autoren oder Blogger veröffentlichten Kommentare, Forderungen oder Meinungen. Sie sind in keinem Fall Grundlage unserer eigenen Forschung und sollten nicht als Grundlage für den Aktienhandel oder andere Vorhaben genutzt werden. |
Mehr Blogeinträge von Charlotte Erdmann
Charlotte Erdmann 4/30/2013
Nach Angaben des Internet-Analyse-Unternehmens Net Applications hat der Internet Explorer (IE) 10 seinen Marktanteil bei Desktop-Rechnern im April im Vergleich zum Vormonat auf mehr als 6 ...
Charlotte Erdmann 4/25/2013
Mac oder PC? – Das ist keine Frage des Betriebssystems mehr. Denn eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ausgerechnet das 2012er MacBook Pro das stabilste Windows-System ...
Charlotte Erdmann 3/27/2013
In den vergangenen Tagen machten einige Unternehmen durch ein so genanntes „Spring Cleaning“ von sich reden. Allen voran Google, das die Einstellung des beliebten RSS-Feed-Reader zum 1. ...
Charlotte Erdmann 2/16/2013
Schon seit ein paar Monaten hält sich das Gerücht, dass Microsoft an einem größeren Windows-Update unter dem Codenamen Blue arbeite. Dabei solle es sich aber nicht wie ursprünglich ...
Charlotte Erdmann 1/30/2013
Das neue Office ist da. Dabei verfolgt Microsoft einen erweiterten Ansatz bei der Arbeit mit Word, Excel oder Outlook. Nutzer haben die Wahl, das Paket (Office 2013) wie gewohnt für ...
![]() Dokumente
SPONSORED BY DELL
VIDEOS
WINDOWS CLIENT
WINDOWS SERVER
Zuletzt archivierte Sendung
Aktuelle Studien zeigen, dass Business-Anwender die IT-Abteilung oft als Hemmschuh bei der IT-Konsumerisierung im Unternehmen ansehen
|
|||||
|
|
||||||